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Zu Gast in Neu-Eichenberg
Zu Gast in Neu-Eichenberg:

Franz Hofmann & Sven Schreivogel
„Diese Gegend hat etwas Mystisches“, sagt Franz Hofmann, der zur Zeit bei seinem Freund und Kollegen Sven Schreivogel zu Gast ist. „Ich lese gerne Märchen, und hier spürt man deren Präsenz an vielen Orten. Die Erzählungen, die die Brüder Grimm gesammelt haben, bilden ja quasi die Grundlage der phantastischen Literatur, die zu meinen Lieblingsgenres gehört. Wenn ich in der Region unterwegs bin, faszinieren mich besonders die Original-Schauplätze von Frau Holle & Co. Auch in Neu-Eichenberg gibt’s ja tolle Ecken – den Karlsbrunnen mit Ebbe und Flut, sogar eine Höhle, wie ich von Sven gehört habe (die Hexenhöhle am Ortsrand von Marzhausen, Anm. d. Red.), oder das Schloss Berlepsch ganz in der Nähe.“
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"Der Neu-Eichenberg-Report"
Land und Leute im Dreiländereck
Demnächst auf DVD!
(c) Nocturna Entertainment e.K.
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"Der Seelenspiegel": Heimat-Kulisse auf DVD
Exklusiv-Interview mit Sven Schreivogel
In den 1990er Jahren nutzte Medienproduzent Sven Schreivogel unsere Gemeinde wiederholt als Drehort für seine Film- und Videoproduktionen. Das größte Projekt des heute 37-jährigen Neu-Eichenbergers war der 1996/97 gedrehte Spielfilm "Der Seelenspiegel" mit 125 Mitwirkenden vor und hinter der Kamera. Nach der Premiere, die 1998 im Sterntheater Göttingen stattfand, wurde der Film in mehreren regionalen Programmkinos gezeigt; danach lagen die Kopien für Kino und TV zehn Jahre lang im Archiv. Aber jetzt ist die Produktion aus ihrem Dornröschen-Schlaf erwacht: Im Moment arbeitet Nocturna Entertainment an einer DVD-Version des Films. Neu-Eichenberg.net sprach mit Sven Schreivogel über dessen aktuelle Pläne.
NEB.net: Sven, dein Film "Der Seelenspiegel" soll zum Weihnachtsgeschäft 2011 auf DVD veröffentlicht werden. Wie kam's dazu?
Schreivogel: Nun, in letzter Zeit fragten mich vermehrt Leute, was eigentlich aus dem Seelenspiegel-Projekt geworden sei. Ein TV-Verkauf war zwar geplant, ist aber aus verschiedenen Gründen gescheitert. Als Argument wurde von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten beispielsweise die Besetzung einiger Nebenrollen mit Amateurschauspielern genannt, wobei diese Darsteller meines Erachtens in ihren Rollen überzeugen konnten. Naja, so was ist immer auch eine Frage des Geschmacks. Es ist schade, dass unsere Regional-Sender, sprich: Hessischer, Mitteldeutscher und Norddeutscher Rundfunk den Film nicht zeigen wollten. Auf Grund der besagten Nachfrage kam's zu der Idee, die Produktion auf DVD zu veröffentlichen.
NEB.net: Was erwartet den DVD-Käufer?
Schreivogel: Zunächst mal eine Hommage an den deutschen Stummfilm der 1910er und 1920er Jahre. Für die Leute, die in der Region wohnen, gibt's viele Schauplätze "vor der eigenen Haustür" zu entdecken. Ein Großteil des Films wurde im Forsthof Berge und auf Schloss Berlepsch gedreht, aber auch in Göttingen, Kassel und Mühlhausen, auf Gut Besenhausen (Gemeinde Friedland) und Gut Reibstein (Gemeinde Rosdorf) sowie auf dem Rusteberg im Eichsfeld. Mit anderen Worten: Eine Vielzahl heimatlicher Kulissen! Als Ausgangsmaterial für die jetzige Bearbeitung wird Cutter Abbas Yousefpour, der übrigens auch die Original-Version im 16mm-Format geschnitten hatte, eine TV-Kopie im Format Digital-Betacam nutzen. Die DAT-Bänder mit der Musik von Kai Roland Burgsmüller werden restauriert; der damalige Sprecher des Kommentartextes wird durch Wolf Frass, den Erzähler unserer Hörspielserien "Dr. Mabuse" und "Gordon Black", ersetzt. Neben dem Hauptfilm sollen auch eine Reportage über die Dreharbeiten, die eigens für die DVD hergestellt wird, mehrere Bildergalerien und weiteres Bonus-Material verfügbar sein.
NEB.net: Das klingt interessant. Außerdem hast du eine besondere Idee, oder?
Schreivogel: Das ist richtig. Es wäre nämlich echt klasse, wenn wir ein "Schmankerl" unterbringen könnten, und zwar Erinnerungen an die Dreharbeiten aus Sicht der Bevölkerung. Die Einwohner von Berge erinnern sich auch heute noch an das Aggregat, dessen Dieselmotor zu nächtlicher Stunde nicht abgestellt wurde. Oder an die Darsteller, die in Biedermeier-Kostümen umherliefen und mit ihrer Kleidung für ungläubige Blicke sorgten. Für solche Anekdoten wäre ich sehr dankbar.
NEB.net: Diesen Aufruf werden wir natürlich gerne an die Bevölkerung weitergeben. Ein weiteres Projekt ist ein neuer Dokumentarfilm über unsere Gemeinde ("Der Neu-Eichenberg-Report"). Wie ist hier der Stand der Dinge?
Schreivogel: Ein kleiner Teil der Aufnahmen ist im Kasten. Zum Beispiel war ich inzwischen mit der Kamera beim Fahrtag auf der Eichenberger Waldbahn und beim Gemeindefeuerwehrtag in Hebenshausen. Die Dreharbeiten werde ich im Frühjahr 2011 fortsetzen. Ein wesentlicher Punkt ist das Heimatfest; ich will das 40-jährige Jubiläum unserer Gemeinde auf jeden Fall ins Doku-Projekt einbinden, und es sollen ja auch noch Interviews mit interessanten Personen gemacht werden. Nach jetziger Planung wird auch diese DVD fürs Weihnachtsgeschäft 2011 erhältlich sein. Des Weiteren arbeite ich – nach elfjähriger Pause – wieder mal an einem neuen Spielfilm-Drehbuch: Diesmal wird's eine Komödie, die in der Provinz oder besser gesagt: im ländlichen Raum spielt. Für die Hauptrolle (ein Schriftsteller namens Cornelius, Anm. d. Red.) hat jetzt schon ein befreundeter Kollege, der Schauspieler Franz Hofmann, zugesagt.
NEB.net: Du bist gebürtiger Göttinger und hast auch schon in Berlin und Hamburg gewohnt. Was bedeutet für dich der Begriff "Heimat"?
Schreivogel: Zumindest nichts Negatives! Dieser Begriff hat viel mit dem Zuhause zu tun, dort, wo man sich wohlfühlt. Ich wohne und arbeitete sehr gerne in Neu-Eichenberg, und ich würde sagen: Es ist meine Heimat.
NEB.net: Lieber Sven, vielen Dank für das Gespräch.
Schreivogel: Danke an euch, dass ich an dieser Stelle über meine Projekte erzählen durfte.

Mehr Informationen im Internet:
www.der-seelenspiegel.de
Alle Bilder in diesem Interview: © Ina Bauseneik/Motivreich
